Gasundichtheiten im Leitungsnetz von Altbaubeständen

Nach dem Auszug eines langjährigen Mieters wird ein alter Gasherd mit inzwischen nicht mehr zugelassener Zuleitung vom Netz genommen

  • Auch der alte Gasabsperrhahn ist so nicht mehr zulässig. Die Leitung wird zunächst abgestopft.
  • Der flexible Gasschlauch ist porös und bildet ein Sicherheitsrisiko.
  • Der Gasherd wird entsorgt.

 

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Die im Bad befindliche alte Heiz-Warmwasser-Therme wird ebenfalls vom Netz genommen

  • Der Installateur hatte den Auftrag eine Gas-Kombi-Therme zu erneuern. Beim der nachfolgend stattfindenden Druckprüfung hat sich ein Gasverlust oberhalb der Toleranzgrenze ergeben.
  • An einem einfachen Beispiel erläutern wir, wie schnell und vergleichsweise kostengünstig ein plötzlich auftretender Mangel (Gasverlust) abgestellt werden kann. Die Alternative wäre immerhin die Erneuerung einer Gasleitung.
  • Daraufhin wurden alle Gasleitungen des Mehrfamilienhauses überprüft und in mehreren Arbeistschritten abgedichtet.

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Die mit Flüssigkunststoff gefüllte Leitung wird unter Druck gesetzt

Arbeitsschritte:

1. Zunächst muss die Gasleitung überprüft werden. Dazu wird der Gaszähler ausbaut und gegen Staub geschützt sowie die Gasgeräte demontiert. An allen Leitungsendpunkten werden die Absperrhähne montieren. Auch Verschlussstopfen an noch unter Gasdruck stehenden Blindleitungen sind zu entfernen und durch Absperrhähne zu ersetzen.

2. Die Leitung selbst muss gereinigt werden.
Der Hersteller schreibt vor: Zum Reinigen der Gas-Innenleitungen von Staub, Rost und Zunder ist am Tiefpunkt der Leitung, wo sich der Gaszähler befindet, ein gewebeverstärkter Druckschlauch anzuschließen, der in einem Staubfilter, vorzugsweise im Freien, endet. Die Leitungen sind von jedem Endpunkt mit Stickstoff (bzw. Druckluft) auszublasen bis kein Staub mehr austritt. Entlüftungsschläuche und Entlüftungseimer sind zu montieren.

3. Befüllen der undichten Leitung mit dem Kunststoff-Lösemittel-Gemisch unter Kompressordruck

4. Wartezeit

5. Entleeren der Leitung
Die Kompressoradapter werden entfernt und über die Entlüftungsschläuche erfolgt die Trocknung mittels eines Trocknungsgebläses.

6. Die Trocknungszeit
Die Trocknungszeit soll ca. 1 Stunde betragen (bei einer Rohrlänge von 25 m). Bei Leitungen mit größeren Nennweiten verlängert sich auch die Trocknungszeit.

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Ein Kompressor hält den Druck permanent, so drückt sich der Flüssigkunststoff in die Lecks und Gewindeverbindungen

7. Molchen
Läuft kein Dichtmittel mehr aus der Leitung, ist jede Leitung mit Schwammgummikugeln, deren Durchmesser mindestens um 10% größer als der Leitungsquerschnitt ist, zu molchen. Die Molche werden an den Gasentnahmestellen eingeführt und mit Stickstoff (bzw. Druckluft) durch die Leitung gedrückt. Die Molche schieben das restliche Dichtmittel vor sich her und transportieren es zurück in den Füllbehälter.

Es muss mindestens 2 x gemolcht werden, damit überschüssige Produktreste entfernt werden. Eventuell muss – je nach Gegebenheit – der Molchvorgang auch häufiger erfolgen. Die Molchvorgänge müssen gezählt werden.

8. Die Dichtheitsprüfung muss gemäß DVGW-TRGI 2008 durchgeführt werden!
Hierüber werden Ausdrucke dem Kunden überlassen (vorher – nachher).

9. Inbetriebnahme der Gasinstallation:
Nach erfolgreicher Dichtheitsprüfung ist die Leitungsanlage gemäß DVGW TRGI 2008 wieder in Betrieb zu nehmen.

10. Das überschüssige Produkt kann zeitlich befristet wieder verwendet werden.

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Der abdichtende Flüssigkunststoff eignet sich je nach Länge der Gasleitung für zwei bis vier Wohnungsanschlüsse

  • Zum Einsatz kam das Dichtmittel zum nachträglichen Abdichten von Gewindeverbindungen in Gas-Innenleitungen „BCG Gas 2000“ der Fa. BaCoGa Technik GmbH.r
  • Einsatzgebiete: Verminderte Gebrauchsfähigkeit, wenn die Gasleckmenge beim Betriebsdruck zwischen 1 und kleiner 5 Liter pro Stunde beträgt.
  • Material: Dabei handelt es sich um ein Kunststoff-Lösemittel-Gemisch. Es können Stahlrohre mit hanfumwickelte Gewindeverbindungen abgedichtet werden.
  • Vorschriften: Es gilt die erneute Ermittlung der Gasleckmenge nach DVGW TRGI 2008 (Technische Richtlinie Gasinstallation).

 

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11. Die Dichtheitsprüfung ist in Abständen von 2 Jahren zu wiederholen.

Wir Danken der AQUA-TEAM GmbH, Gelsenkirchen-Herten, für die freundliche Unterstützung bei der Darstellung:  Arbeitsablauf Gasleitungssanierung.
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